Suchen und Finden eines Wohnmobils

Prospekte, Internetseiten, Zeitschriften und der Caravansalon in Düsseldorf sind unsere Informationsquellen. Welche Wohnmobilangebote gibt es auf dem Markt, was brauchen wir, wie möchten wir das Wohnmobil nutzen?

Bedarfsermittlung:
Toilette, Nasszelle, Koch- und Spülgelegenheit, Kühlbox, Heizung, ca. 1,40 m breites 2,00 m langes Bett ohne Kletterpartie, das wäre schon angenehm. Bequeme Sitzgelegenheit mit Tisch auf dem man auch mehr als zwei Tassen und Teller abstellen kann und genügend Beinfreiheit unter dem Tisch hat. Wir möchten auch mal ein paar Tage autark sein, nicht immer auf Campingplätzen stehen und übernachten (Gas- und Wasservorrat). Das Wohnmobil würden wir gerne das ganze Jahr über nutzen (Heizung). Am liebsten wären wir Monatelang damit unterwegs. Als Berufstätige bleiben uns aber nur die Urlaubszeiten und die Wochenenden. Diese Zeit wollen wir so oft wie möglich mit dem Womo unterwegs sein. Die Möglichkeit Fahrräder hin und wieder mitzunehmen wäre auch praktisch. Stauraum? Ja, aber nicht riesig. Mit unseren Erfahrungen als Rucksackreisender und Fahrradreisende mit Zelt, später PKW mit Zelt, wissen wir wie man Platz und Gewicht spart und mit dem nötigsten auskommt. Ein Wohnmobil ist da schon Luxus für uns. Ein festes Dach über dem Kopf und eine eigene Kassettentoilette - äußerst angenehm. Heizung, Duschgelegenheit - super Luxus. Das Womo soll nicht länger als 6m, nicht höher als 3m und nicht breiter als 2,25m sein, denn wir wollen bei allem "Luxus" auch noch "beweglich" bleiben.

Bei unserem Caravansalonbesuch in diesem Jahr hatten wir schon genauere Vorstellungen. Unser Plan ist es die Messe dazu zu nutzen unsere Vorstellungen und die Prospekteindrücke vor Ort zu überprüfen. Folgende Punkte standen auf unserer imaginären Liste:
-Kastenwagen oder Teilintegriert
-Seitenbett hinten? Liegeflächengröße
-Minimum Nasszelle und Küchenblock
-Sitzgruppenanordnung
-Raumgefühl. Enge oder ausreichend Bewegungsfreiheit
-Praktisches Zubehör

Beim Studium der Prospekte, Zeitschriften und Internetseiten haben wir schon festgestellt, dass es nicht viele Grundrissvarianten gibt. Inzwischen haben wir eine Erklärung dafür gefunden. Die großen Anbieter arbeiten in Verbünden, so wie z.B. bei PKWs bekannt ist. Dadurch findet man auch viele Ähnlichkeiten in den Ausstattungen. Es gibt nur wenige kleinere eigenständige Anbieter bei denen man andere Ideen findet. Das liegt natürlich auch an der Preisbildung. Diese kleineren Unternehmen müssen den Preis für ihr Produkt nehmen, der dann schnell bei rund 70.000 € liegt. Die Wirtschaftskrise geht aber auch an dieser Branche nicht spurlos vorüber und so verkaufen viele große ihr Produkt zu "niedrig Preisen", die dann um die 40.000 liegen.

Allerdings gibt es dann auch bei einigen Firmen Qualitätseinbußen, z.B. ist uns bei Challenger / Chausson aufgefallen, das sie interessante Preise und Grundrisslösungen haben (siehe Abbildungen).
Leider lässt die Verarbeitung der Innenausstattung zu wünschen übrig. Da gibt es abplatzende, überstehende Umleimer schlechtgängige Türmechanissmen, die bestimmt in kurzer Zeit verschlissen sind. Wir denken aber, wenn man viel Geld für seinen Traum anlegt, möchte man nicht nach einem Jahr mit Reparaturen beginnen.

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Nun ja, soviel dazu. Jetzt zurück zur Überprüfung unserer ersten Eindrücke von Wohnmobilen beim Caravansalon Düsseldorf 2010. Zunächst die Kastenwagen: Sie sind vom Aussenmaß schmaler und oft auch kürzer als die WOMOs mit Aufbau. Die rund 20-30 Zentimeter weniger in der Breite machen sich im Innenraum stark bemerkbar. Wobei es keinen Preisunterschied zwischen Kastenwagen und Teilintegrierten gibt. Also für einen Kastenwagen würde für uns lediglich die Fahrzeugbreite sprechen. Bei der Fahrzeuglänge müssen wir auch mit bis zu 6m wie bei einem Teilintegrierten rechnen, wenn wir eine brauchbare Nasszelle haben wollen. Somit steht für uns fest das ein teilintegriertes WOMO unser Favorit ist, auch wenn HRZ einen sehr schönen und bis ins kleinste Detail durchdachten Kastenwagen entwickelt hat.


Bei HRZ-Reisemobile begeisterten uns die kompakten guten Basisfahrzeuge, eine praxisgerechte Innenausstattung und höchste Verarbeitungsqualität.
ein weiterer Anbieter für individuellen Reisemobilausbau
ist die Firma Bresler Mobile .
Fotos aus HRZ-Prospekt

Jetzt zu den Grundrissvarianten : am Häufigsten finden wir den Grundriss mit festem Querheckbett, Seitensitzgruppe und drehbaren Fahrer-,Beifahrersitz vor. Unter dem Heckbett gibt es dann große bis sehr große Stauräume (Platz für Fahrräder). Dafür muss man aber ordentlich klettern wenn man(n und natürlich auch Frau) ins Bett möchte. Nun sind wir mit unseren 46 und 47 Jahren und einem Körpergewicht im Normalbereich nicht gerade unbeweglich, aber das klettern ist schon eine Herausforderung. Und wir haben es einzeln ausprobiert, das heißt wir mussten nicht über die zweite Person klettern. Allein die Kopffreiheit im Heckbett ist für uns schon beengend, geschweige denn Klettertauglich und jünger werden wir auch nicht. Zudem muss ich sagen, dass was für mich bei 1,70m Körpergröße beengend ist, ist für Jörg mit 1,83 m schon "Zwangsjacke". Diese Heckbettlösungen kommen für uns nicht in Frage.
Eine Alternative ist das Längstheckbett. Hier muss man nicht hoch hinaus klettern, sondern nur über die Füße des Partners. Auch ausreichend Luftraum bis zur Decke und den Stauschränken ist vorhanden. Im Kopf- und Oberkörperbereich sind die Betten 1,35m breit, im Fußbereich werden sie schmaler 1,00m. Dafür haben sie wie auch die anderen Festbetten einen richtigen Federholzrahmen und durchgehende Matratzen. Nun ja, das mit dem schmaleren Fußende ist so ähnlich wie mit Jörgs Katze Marie, wenn sie sich manchmal nachts in unser Bett schleicht. Sie legt sich dann bei einem von uns seitlich ans Fußende, also wie im WOMO wird das Fußende für uns schmaler. Angenehm ist das nicht und wenn Marie sich zu breit macht muss sie weichen. Bei dieser Grundrissvariante gibt es in der Nasszelle meistens eine separate kleine Duschkabine. Da bleiben natürlich die Toilette, das Waschbecken und die Schränke trocken. Die Sitzgruppe im Font ist nicht üppig aber bequem. Der Küchenblock ist kurz und mit 3Flammen-Kocher, Spülbecken und Kühlschrank ausgestattet. Ablageflächen neben Kocher und Spülbecken sind eher nicht vorhanden. Ansonsten sehr kompakt und für unsere Bedürfnisse mit ausreichend Stauraum bedacht.

Beispiel Querheckbett
Beispiel Längstheckbett

Natürlich gibt es noch die Nasenbären = Alkovenwohnmobile. Die haben wir aber von vorneherein ausgeschlossen, weil hier auch geklettert wird und die Nasenspitze im Alkovenbett nah an der Decke ist. Zudem sind die Höhe des Fahrzeugs und die Windschnittigkeit schlechter. Den Vollintegrierten Fahrzeugen konnten wir nichts abgewinnen.
Eine Grundrissvariante gibt es so gut wie gar nicht mehr unter den Neufahrzeugen, nämlich die Heckrundsitzgruppe. Hier wird die Sitzgruppe zum Bett umgebaut. Soweit wir uns erinnern können haben wir sie bei einem Kastenwagen und einem Alkovenfahrzeug gesehen. Den Vorteil bei dieser Variante sehen wir darin, das man mehr Kopffreiheit und "Luftraum" hat und das Bett mit durchschnittlich 1,50 m x 2,00 m "groß" ist. Als Nachteil könnte man das ständige umbauen zum Bett bzw. Sitzgruppe empfinden. Nach unserer Auffassung ist es kein Nachteil. Wir sehen eher einen Vorteil darin, dass man eine bequeme, große Sitzgruppe hat mit einem Tisch an dem man essen, schreiben, arbeiten kann und die Füße können wir auch hochlegen. Ein Panoramablick aus den nach drei Seiten gerichteten Fenstern und ein großzügiges Bett rundet das Bild ab. Keine Federholzrahmen? Also in unserem Bett Daheim haben wir uns auch für ein festes Lattenrost mit Kaltschaum/Latexmatratze entschieden und schlafen himmlisch.

Nach einigen Stunden in den Messehallen, insgesamt waren wir zwei Tage dort, hatten wir einen Eindruck von den verschiedenen Angebotsvarianten bei den Wohnmobilen. Nun standen noch die Zubehörhallen auf dem Plan. Was wird auf dem Zubehörmarkt angeboten, was ist interessant für uns? Solaranlage, Alarmanlage, Sogtoilette, Gelbatterie, Campingstühle und Tische, Geschirr, Grill, Markisen und so weiter.....


Wieder Zuhause haben wir bei einer Tasse Tee noch einmal ein paar Prospekte durchgeblättert und resümiert. Vieles was wir vor dem Messebesuch anhand der Informationsmaterialien schon vermutet haben, z.B. Enge in den Kastenwagen, Kletterpartien ins Heckbett haben sich bestätigt. Wir haben nun auch eine genaue Vorstellung von dem was wir haben möchten. Ein Neuwagen wird es nicht, dazu reicht unser Budget nicht. Zu dem möchten wir auch erst einmal Wohnmobil-Erfahrungen sammeln bevor wir überhaupt jemals 40zig bis 70zig tausend Euro für ein Womo ausgeben. Eine Möglichkeit um Erfahrungen zu sammeln wäre das Mieten eines Wohnmobils. Wenn wir aber die Mietpreise sehen und sie mit den Preisen von gebrauchten Wohnmobilen vergleichen steht unser Entschluss fest. Wir kaufen ein gebrauchtes Wohnmobil und dann auf ins "Abenteuer".

Ab jetzt werden Angebote von gebrauchten Womo`s durchforstet, durchsucht. Gibt es Händler die gebrauchte Wohnmobile anbieten? Welche sind in der Nähe zu finden? Privatanbieter? Die Suche beginnt im Internet: Caravanpark Thrun an der B1 Mülheim-Ruhr, Joeressen in MG-Rheindahlen und Camping-Krings in Mönchengladbach sind unsere ersten Anlaufpunkte.
Bei Thrun gibt es zwar gebrauchte Wohnmobile, aber das sind alles 2 Jahreswagen aus dem Bestand von McRent und nicht in unserer Preislage. Bei dem Händler Joeressen stehen lediglich drei Wohnmobile und ansonsten nur Wohnwagen. Die Preise nähern sich schon unserem Budget, aber das eine Womo ist zu groß, dem anderen sieht man sein Alter an. Die Fenster sehen feucht aus. Die Außenhaut hat auch viele Mängel. Ob der Wagen noch dicht ist? Inneneinrichtung sieht gut aus, aber ein Vollintegrierter sollte es eigentlich nicht werden. Am dritten Fahrzeug steht: Verkauft.
Das nächste Wochenende verbringen wir mit einem Besuch bei Camping-Krings. Bei diesem Händler stehen viele Neu- und Gebrauchtwagen. Zunächst geht es an den neuen Wohnmobilen vorbei. Da von Detleffs ein "Kleiner" unter 6m mit Längstheckbett. Ein Ehepaar tritt aus dem Womo heraus:" Der ist uns zu eng und solch ein abgeschrägtes Bett hatten wir schon mal, da hängt immer ein Bein raus."

 

Wir betreten das Wohnmobil, inspizieren es und träumen ein wenig von unserer ersten Womoreise. Riesig ist der Innenraum nicht, aber uns würde er reichen. Mit diesem am Fußende verjüngenden Betten hatten wir ja auch schon unsere Bedenken. Das Paar welches dies uns gegenüber zuvor äusserte war allerdings auch größer und "vollschlank". Dass es für sie zu eng bzw. zu klein in diesem Gefährt wird erklärt sich von selbst.
Schluss, aus, genug geträumt, ein neues Womo sprengt unseren finanziellen Rahmen. Raus aus dem Wagen und an den vielen Neuwagen vorbei zu den Gebrauchten. Wir erfassen schnell, dass hier hauptsächlich Alkovenfahrzeuge stehen. Wir öffnen die erste Tür und Muff schlägt uns entgegen. Ekelhafter Siff in allen Ecken, abgestandener Rauch- und Feuchtigkeitsgeruch. Wie viel Euro möchte der Händler dafür haben? 19.000€ für das Ekelschrottgefährt? Schnell raus!!! Wir schauen uns noch in einigen weiteren Wohnmobilen um, aber das Bild das uns zeigt ist mal mehr mal weniger Muffig und stets ist der Preis dem Zustand bei weitem nicht entsprechend. Wir sind sehr enttäuscht. Neuwagen kann man hier vielleicht kaufen, aber bei den Gebrauchten hält man sich besser zurück. Etwas geknickt fahren wir nach Hause. Der Gedanke uns bei Händlern umzuschauen läuft in eine Sackgasse.

Jörg und ich setzen uns noch einmal an den Computer und durchsuchen das Internet. Wir entdecken die Internetseite Mobile.de als einen sehr guten Marktplatz für gebrauchte Wohnmobile. Andere Anbieter wurden von uns auch angeklickt, aber letztendlich waren die dort angezeigten Fahrzeuge fast alle auch bei mobile.de eingestellt. Zudem ist unser Eindruck vom Aufbau und der Funktion der Mobile.de-Seite sehr positiv. Die eingestellten Fotos helfen sehr bei der Suche und geben einen ersten Eindruck vom Zustand des Womo’s. Von nun an verbringen wir viele Stunden mit der Wohnmobilsuche bei mobile.de und wir ändern immer wieder mal die Suchkriterien. Zunächst suchen wir Deutschlandweit. Wann jedoch sollen wir 300km, 400km oder gar 600km zur Besichtigung eines Wohnmobils fahren? Und dann sagt es uns nicht zu? Das wird teuer und aufwendig. Folglich: Suche auf 100km einschränken! Und das finanzielle Budget?: Maximal 9.000 Euro. Ja lieber Leser ein teilintegriertes Wohnmobil mit unserer "Traumausstattung" für max. 9000,-€ das gibt es nicht. Nein? Sicher war uns das klar. Aus diesem Grund haben wir uns darüber Gedanken gemacht welche Anforderung ans Wohnmobil für uns am wichtigsten sind und worauf wir verzichten können. Es sollte komfortabler als ein PKW und Zelt sein, denn damit würden wir unseren nächsten Urlaub verbringen wenn wir bis dahin kein Wohnmobil finden.
Kastenwagen, VW Busse und Pössel auf Fiatbasis werden viele in unserer Preislage angeboten. In der Suchleiste steht jetzt: Kastenwagen, bis 100km Umkreis, bis 9001,-€. Das ein oder andere interessante Objekt ist dabei. Ach ja, eine Nasszelle bzw. eine abgeschlossene Toilette wäre schon praktisch.

An einem Abend sitze ich wieder vor dem Rechner. Plötzlich geht es mir durch den Kopf, warum nur Kastenwagen und nicht auch Teilintegriert in die Suchleiste eingeben. Nur aus dem Grund, dass die Wahrscheinlichkeit einen guten teilintegrierten Wagen in unserer Preisklasse zu finden gegen null geht? Ich gebe jetzt auch dieses Kriterium in die Suchfunktion mit ein. Es werden neben vielen Kastenwagen auch vier Teilintegriert angezeigt. Einer ist schon sehr heruntergekommen. Kostet auch nur 1000,-€. Dann gibt es noch zwei auf alter Fiatbasis. Ich erinnere mich, dass Jörg sehr von diesen alten Fiats aus Erfahrung abrät. Die Innenausstattung entspricht auch nicht unseren Wünschen.
Aber dann: das vierte Angebot ein Womo auf Fordbasis, Jörgs innigster Wunsch. Hecksitzgruppe, Nasszelle, Küchenblock, Stauraum, Heizung, Heckfahrradträger, Vorzelt, Winterreifen, helle Möbel. Ein Traum. 69.500km. Der Dieselmotor ist gerade erst einmal eingefahren. 2,5 TD, 101 PS, Erstzulassung 10.1992, Scheckheft gepflegt, HU/AU 11.2011. Auf den Fotos sieht er sehr gepflegt aus und das ganze zu dem Preis? 8900,-€ !

Ich zeige Jörg das Angebot. Er ist zunächst skeptisch aber dann auch, wie ich Feuer und Flamme. Zu unserer Freude steht der Wagen knapp 15 Minuten Fahrzeit von uns entfernt. Jörg ruft den Privatanbieter an. Sie vereinbaren einen Besichtigungstermin für Sonntag, dann haben wir beide frei. Der Verkäufer erwähnt unter anderem, dass am Freitag noch andere Interessenten den Wagen anschauen kommen.

Immer wieder rufen wir den Link mit dem Hehn Wohnmobil auf. Wir forschen im Internet nach der Firma HEHN und lesen Kritiken in den Womoforen. Jede Menge positive Kritik. Die Firma Hehn mit Sitz in Duisburg ist ein Familienunternehmen und baut ihre Mobile individuell und handgefertigt. Hohe Qualität und echter Kundenservice zeichnet sie aus. Schaut doch selbst einmal unter www.hehnmobil.de nach. Wir suchen den Haken an der Sache und finden nur Dinge die für dieses Wohnmobil sprechen.

Ich werde unruhig und bitte Jörg den Verkäufer Herrn N. noch einmal anzurufen und zu fragen ob wir nicht schon am Donnerstag den Wagen besichtigen dürfen. Ich befürchte, dass uns dieses (in unseren Augen super) Angebot am Freitag von den anderen Interessenten vor der Nase weggeschnappt wird. Und ich glaube auch nicht, dass sich uns solch ein Angebot so schnell wiederbietet.
Schaffen wir es denn am Donnerstag rechtzeitig von der Firma nach Hause zu kommen? Ist es dann nicht schon dunkel? Es ist Ende September.
Jörg trifft eine halbe Stunde nach mir zu Hause ein. Ein wenig durchatmen und eine Tasse Kaffee. Mich packt wieder, obwohl ich von der Arbeit ausgepowert bin, die Unruhe. Komm Jörg wir rufen an und fragen Herrn N. ob er in ca. 1Std. Zeit für eine Besichtigung hat. Jörg ist auch von der Arbeit geschafft:" Das ist jetzt so hektisch und dunkel wird es auch schon langsam." Iris:" Ja o.k. - Aber wenn das Wohnmobil hält, was die Anzeige verspricht, dann ist es ein sehr gutes Angebot. Und wenn uns die anderen Interessenten den Wagen am Freitag vor der Nase wegschnappen, schauen wir am Sonntag ganz traurig aus der Wäsche." Jörg greift zum Telefon. Hurra Herr N. hat Zeit. Wir fahren nach Krefeld - Forstwald. Es dämmert schon und wir müssen ein wenig nach der angegebenen Adresse suchen. Jörg ist etwas genervt, aber meine innere Stimme die sagt, schaut euch das Wohnmobil an, das ist die Gelegenheit, ist stärker als jeder Unmut. "Da rechts der Bauernhof unter dem Schleppdach, da steht das Wohnmobil". Wir werden von einem sehr freundlichen Herrn N. empfangen. Schnell ist man sich sympathisch und kommt ins Gespräch und unsere Gesichter beginnen zu strahlen. Auch in Natura macht das Fahrzeug einen guten und gepflegten Eindruck. Der Besitzer berichtet uns warum sie ihn verkaufen, dass sie mit dem Wagen in Kroatien und auch schon im Schnee in Bayern waren. Er führt uns Heizung, Kocher, Kühlschrank und die Kassettentoilette vor.

Wir machen eine Probefahrt.Jörg setzt sich hinter das Steuer und ist vom Fordmotor mit seinen 101 PS angetan. Kein großes Lenkerspiel, was schon mal bei Ford vorkommt. die kleinen Macken die uns Herr N. am Wagen zeigt sind bei einem 18 Jahre alten Auto nichts Besonderes und für uns nur Schönheitsfehler. Der Wagen riecht nicht muffig, ist sauber und am Innenausbau sieht und fühlt man das Hehn-Qualitätsprodukt.
Unsere Begeisterung ist so groß, dass wir glatt das Handeln vergessen. Wir träumen schon von großer Fahrt, als uns Herr N. von sich aus mit dem Preis (mit Absprache seiner Frau) entgegenkommt. Zum Schluss werden Vertragsabschluss, Ummeldung und Übergabe besprochen. Wir dürfen den Wagen auch noch bis Ende Dezember auf dem Stellplatz stehen lassen.
Jetzt sind wir Wohnmobilbesitzer. Genau genommen habe ich es gefunden und Jörg hat es bezahlt. Wer hat es bezahlt? Nicht die Schweitzer !

 
 
 
 
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