Mecklenburg Vorpommern im Februar  
     
Wintercamping, eine Woche der Ruhe und Entspannung, an einem See, oder besser noch an der See. Das war unser Plan, eine Woche allein mit Viene (so nennen wir unser Womo) im Winter bei Schnee und Eis.
Was braucht man beim Wintercamping? Wir haben keinerlei Erfahrung, also Überlegen wir:
-- genügend Gas für die Heizung und den Herd,
-- warmes Bettzeug und Pantoffeln,
-- eine Abtrennung zwischen Fahrerhaus und Wohnraum, durch die Scheiben kommt viel Kälte in das Fahrzeug,
-- wärmende Getränke (Kaffee, Tee, Rum...),
-- unser Frischwassertank ist beheizt, da brauchen wir keine Angst vor Vereisung zu haben.
-- warme Kleidung und ordentliches Schuhwerk haben wir auch.
na dann kann es ja los gehen !
Wir machen eine grobe Planung, Samstag abend wollen wir losfahren ~ so gegen 22,00Uhr. Unser erstes Ziel ist Waren an der Müritz, dort gibt es einen Campingplatz mit Ver, und Entsorgung. Wir fahren einige Stunden Autobahn, bis die Müdigkeit zum Übernachten aufruft. An einem wenig besuchten Rasthof halten wir an und begeben uns zur Ruhe. Diese dauert leider nicht allzu lange, ein großer LKW parkt in direkter Nähe, Bremsen quitschen, Motor röhrt, die Druckluft zischt, wir sind wach.
Nun ja, das ist halt so, wir drehen uns herum und schlafen weiter.
Etwas später startet ein anderer LKW seinen Motor, ihm ist kalt, er heizt sein Fahrerhaus auf, OK, der Mann soll ja nicht frieren, wir versuchen weiter zu schlafen. Es gelingt uns einigermaßen die restliche Nacht nicht auf all die Geräusche zu achten.
Nach dieser kurzen Nacht brauchen wir erstmal ein ordentliches Frühstück mit eigenem leckeren Kaffee und frischem Toastbrot.
Gemütlich fahren wir weiter unserem Ziel entgegen.
Am frühen Abend haben wir Waren erreicht, leider bricht die Nacht herein so das wir keine Orientierung haben. Mit etwas Glück finden wir den Campingplatz, auf dem wir die einzigen Gäste sind. Da haben wir garnicht nachgedacht, wer macht schon im Februar Camping, warum sollen allso die Plätze auf sein. Am nächsten Morgen erscheinen jedoch einige Männer die auf diesem neu gestallteten Platz diverse Arbeiten zu verrichten haben. Das Hauptgebäude mit den Sanitären Anlagen ist ebenfalls göffnet und steht uns nach einem Obulus von 24€ zwei Tage zur Verfügung. Alles ist neu erbaut und in fast ungenutztem und modernem Zustand. Außer uns ist noch ein Dauercamping-Pärchen anwesend, daß einen Wohnwagen auf einem festen Stellplatz bewohnt.
unser Camping-Stellplatz direkt an der Müritz
Camping Kamerun
im Hintergrund das neue Gebäude mit Sanitäranlagen und Restaurant / Kaffeeteria Viene im Licht des Sonnenunterganges, wir sind fast allein auf einem sehr großen Campingplatz

Am nächsten Morgen machen wir einen Spaziergang nach Waren, entlang der Müritz mit ihrer urwüchsigen Vegetation. Waren ist ein kleines Städtchen das vom Tourismus lebt. Es gibt hier noch die schönen restaurierten Villen auf sehr großzügigen Grundstücken am Ufer der Müritz.

Die Temperatur lag bei wenigen Grad minus, das leicht auf und nieder schwappendeWasser bildete kleine Eiskugeln, die wie Glasperlen an den Zweigen hingen. Auch die Ufer waren leicht vereist.

Eisperlen an den Zweigen

Eis am Ufer der Müritz

schöner Weg entlang der Müritz mit Blick auf Waren

auch den Möwen ist es kalt

     
     
 
Der Plauer Werder
 

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Nach zwei schönen Tagen fahren wir zu unserem nächsten Ziel, der Plauer Werder. Dort angekommen finden wir sofort den Campingplatz, der keinen Winterbetrieb, aber einige außenliegenden Stellplätze hat.

Wir entscheiden uns für eine Parkbucht direkt am See. Je zwei dieser Plätze teilen sich einen Holztisch mit Bänken.

Schnell sind wir uns einig, eine kurze Runde über den Campingplatz, das Sanitärgebäude ist offen, und dann ein Spaziergang rund um den Werder. (ca. 10Km)

Danach gibt es dann ein warmes Süppchen, und einen gemütlichen Abend im Womo.

Eingangsschild der Campingplatzes direkt am See

Waldweg um den Werder

ordentlich angezogen für kaltes Wetter

Blick auf den See

     

Eis am Ufer

keine Spinnweben, sondern Eis

Blick auf den Campingplatz am See

einsamer Schwan

Eis zwischen Gestrüpp

     
     
 
Rügen
 

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Nach einer ruhigen Nacht und einem anschließendem Frühstück mit gebratenem Speck und Spiegeleiern fahren wir nach Rügen. Genauer nach Lohme auf Rügen, ganz im Norden der Insel.

Leider finden wir kein schönes Plätzchen zur Übernachtung, so fahren wir weiter bis nach Sassnitz zum Fährhafen.

Zwei Kilometer neben dem Hafen ist direkt am Strand ein Parkplatz, den wir als Stellplatz auswählen.
Winter an der Ostsee, etwas Neues für uns, ein herrliches Stück Natur, Wind, -6°C, das Rauschen der Wellen, einfach schön.

auf dem Weg nach Sassnitz

direkt an den Dünen

ganz allein

mit Blick auf das Meer

Eis am Strand

es ist windig und kalt, aber sehr interessant

 

ein mit Salzwasser eingefrorener Zaun

 

vereister Parkplatz

 

Vermummungsgebot

 

andere Seite des Parkplatzes

 

 

 

Wir hatten schon Glück mit dem Wetter, die ganze Zeit über war es trocken, zwar recht kalt, so um -6°C, und windig.

Die Kälte war für unser Womo kein Problem, nichts war eingefroren, die Heizung funktionierte fantastisch und einige Grog wärmten uns von innen. Das wir ordentliche Winterkleidung dabei hatten, z.B. eine wattierte Hose, winddichte Jacke, lange Strümpfe und ordentliche Schuhe, versteht sich von selbst.

Februar 2012 planen wir eine Tour in die sächsische Schweitz, hoffentlich spielt das Wetter uns keinen Streich.