Der Entschluss steht fest, die erste längere Fahrt mit Viene steht an. Da wir schon öfter in Renesse waren, und dort viel Geld für eine Übernachtung bezahlt haben, war das Ziel sofort klar: RENESSE !
Was also brauchen wir, etwas Lebensmittel, ordentliches Bettzeug, Gasflasche ist noch fast voll, und das Navi darf nicht fehlen. Navi, mein altes, ein rotes Tuch, immer wenn man es braucht funktioniert es nicht. Bei der letzten Holland-fahrt fiel es völlig unbemerkt aus, meint das Bild blieb einfach stehen. Da wir zu diesem Zeitpunkt gerade auf der Autobahn waren, bemerkte keiner die Fehlfunktion. Erst nach etlichen Kilometern wunderten wir uns über das immer noch schweigende Gerät. "Diesmal bleibt das Navi hier" meinte Iris sichtlich verdrießlich und zauberte eine Straßenkarte hervor. Nach etwas "wenn und aber" einigten wir uns auf Karte und Navi, so ausgerüstet sollten wir den Weg wohl finden.
Auf zum Stellplatz, Wagen beladen und los geht's.
Jedoch anstatt zu starten macht der Wagen nur ein klägliches "Strrrrrr, Strrrrrr" Anlasser ? -Kabel lose ?
Neuer Versuch : "Strrrrrr, Strrrrrrr" auch diesmal nichts zu machen. Also gut Motorhaube auf und mit ahnungslosem Blick herumgeschaut, alles sieht aus wie immer, nichts ist lose. Vieleicht ist die Batterie zu schwach? Ein netter Mitbenutzer des Stellplatzes kommt und erklärt uns das die Batterie zu schwach sei, das würde sich so anhören. Nun gut, also meint Iris -Fremdstarten- glücklicherweise hat sie ein Starterkabel in Ihrem Golf.
So fremdgestartet tuckert der Diesel gleichmäßig vor sich hin, wir können losfahren, aber der Tank ist fast leer.
Also zuerst zur nächsten Tankstelle und mal eben volltanken, moment, zum öffnen des Tankdeckels braucht man den Zündschlüssel. Wir sitzen im Auto und überlegen wie weit wir mit dem restlichen Diesel fahren können, und ob dann die alte Batterie soweit geladen ist das wir einmal starten können. Der Motor tuckert derweil und die Batterielampe leuchtet unaufhörlich mit warnendem Rot. Wir müssen es versuchen, also los auf die Autobahn nach Venlo, dort gibt es Tankstellen, kann so schlimm ja nicht sein.
Kaum losgefahren wird es dunkler und fängt an zu regnen, mit Licht und Scheibenwischer (die sich erschreckend langsam bewegen) fahren wir der holländischen Grenze entgegen. Das warnende Rot der Batterielampe lässt nicht nach, der Tankinhalt schon. Kurz vor der Grenze erbarmt sich die Warnlampe und geht aus, etwas weiter ist die rettende Tankstelle, wir tanken, starten und ein riesiger Stein fällt uns laut krachend vom Herzen.

Die weitere Fahrt verläuft wunderbar ruhig, bis kurz hinter Venlo. Eine Baustelle mit Sperrung der Autobahn, was steht auf den großen Schildern, wer kann Holländisch?
Wir folgen einfach dem Autostrom und den Schildern mit der Beschriftung A1, 35KM lang über schöne Alleen, einige Kreisverkehre, bis hinter Eindhoven. Dort wieder auf die Autobahn und weiter über Tilburg, Breda, Bergen op Zoom, Middelburg und den langen Damm (Pijlerdam) nach Renesse. Wir beschließen auf dem Brouwersdam einen Stellplatz zu suchen, und am nächsten Tag die Umgebung "unsicher " zu machen. Nach einem Abendspaziergang an das südliche Ende des Dammes, mit einem schönen Sonnenuntergang, schliefen wir ohne jegliche Störung bis zum nächsten Morgen.


Größere Kartenansicht 

Sonnenuntergang auf einem der beiden Ausbuchtungen des Dammes mit Stellplätzen und "Pommesbude" für Womos und Surfer. Wir haben dort eine Portion Fritten mit Mayonnaise gegessen, die nicht schlecht war. Ob diese Qualität in der Hauptsaison auch so ist, wage ich zu bezweifeln.

Unser Stellplatz auf dem Damm, im Hintergrund das Toilettenhäuschen mit Ver,-und Entsorgung.

In der Hauptsaison möchte der Betreiber 7,50€
pro Übernachtung haben.

Am nächsten Morgen kommen mehrere Fahrzeuge der Holländischen Armee, ein größeres Schiff legt an, und die Soldaten verladen Tauchutensilien auf das hochseetüchtige Marineschiff. Nachdem alles verladen ist, fahren die Soldaten genauso schnell wie sie gekommen sind, und der Platz sieht wieder einsam und romantisch aus. Wir frühstücken während der Verladearbeit der Marine und ver / entsorgen Frischwasser und Toilette. Danach geht es los über den Damm Richtung Renesse. Am Stadtrand finden wir einen großen Parkplatz auf dem genügend Platz für unsere Viene vorhanden ist. Ganz in unserer Nähe stehen noch zwei Wohnmobile, beides Holländer. In dem kleineren Van haben auch noch zwei große Hunde Platz.
Wir verbringen einen wunderschönen Herbsttag in Renesse. Langer Strandspaziergang, etwas einkaufen, durch Geschäfte bummeln, kleine "Snacks" futtern, einfach sorglos in den Tag leben. Am späten Nachmittag suchen wir uns einen Stellplatz auf dem Brouwersdam und schauen uns bei einer Tasse Kaffee das Treiben der Möwen und die anbrechende Abendstimmung an.
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